Horizon Europe

Während die Laufzeit des derzeitigen (8.) EU-Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020 noch bis Ende 2020 dauert, laufen bereits seit mehr als einem Jahr Diskussionen und Vorbereitungen zum nächsten (9.) Rahmenprogramm für Forschung und Innovation (2021-2027). Es heißt “Horizon Europe”, die Europäische Kommission hat am 7. Juni 2018 ihren Vorschlag dazu präsentiert.

Am 2. Mai 2018 hat die Kommission ihren Vorschlag für den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR), das EU-Budget für 2021-2027, vorgelegt. In diesem Vorschlag hat die Kommission € 97,6 Milliarden für “Horizon Europe” vorgesehen, und weitere € 2,4 Milliarden für Euratom-Programm für Forschung und Ausbildung, also insgesamt € 100 Milliarden. Dies sind vorläufige Beträge, da die Mitgliedstaaten den MFR einstimmig beschließen müssen, und das Europäische Parlament (EP) seine Zustimmung geben muss (mit einfacher Mehrheit). Die Erfahrung aus früheren MFR-Verhandlungen und Informationen über die Positionen der Mitgliedstaaten und des EP lassen eine zumindest leichte Reduktion des vorgeschlagenen Gesamtbetrags im Zuge der Verhandlungen erwarten.

Ein Budget, das nahe am von der Kommission vorgeschlagenen Gesamtbetrag liegt, wäre eine solide Basis für die Realisierung dessen, was für Horizon Europe geplant ist. Die wichtigsten Neuerungen im Vergleich zum derzeitigen Rahmenprogramm Horizon 2020 sind folgende:

  • Eine neue Governance des Programms, gekennzeichnet durch budgetäre Flexibilität und kontinuierliche strategische Programmierung und strategisches Programmmanagement;
  • “R&I Missionen”, die Sub-Programme mit einem Portfolio von F&I Maßnahmen bilden sollen, mit dem Ziel, messbare Ergebnisse für einen vorgegebenen Impact innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens zu erreichen;
  • Ein „European Innovation Council”, der bahnbrechende Ideen und marktbildende Innovationen fördert.

Darüber hinaus sollen die Anstrengungen, den „Innovation Divide“ in Europa zu schließen und das Potenzial des Talentepools Europas voll auszuschöpfen, verstärkt werden.
Auf Basis des EK-Vorschlags müssen sich der Rat und das EP über Horizon Europe einigen, gemäß dem ordentlichen Gesetzgebungsverfahren (Mitentscheidung). Um dem neuen Rahmenprogramm einen reibungslosen Start zu ermöglichen, müsste dieses spätestens im Herbst 2020 beschlossen werden.

Österreich wird im 2. Halbjahr 2018 wieder den Ratsvorsitz führen.
Österreichische Ratspräsidentschaft im Bereich FTI auf dem ERA Portal Austria

Österreichische Ratspräsidentschaft im Bereich Bildung
Offizielle Website des Österreichischen Vorsitzes im Rat der Europäischen Union