Zukunftsstrategie Life Sciences und Pharmastandort Österreich

Der Life-Sciences- und Pharmasektor ist sowohl in wissenschaftlicher als auch wirtschaftlicher Hinsicht von großer Bedeutung für den heimischen Forschungs-, Innovations- und Wirtschaftsstandort.
2014 waren an insgesamt 31 Universitäten und Fachhochschulen rd. 59.000 Studierende in Life Sciences bezogenen Studienrichtungen inskribiert, wovon rd. 8.000 im Jahr ihr Studium erfolgreich abschließen. Zudem sind in Österreich mehr als 800 Unternehmen mit rd. 52.000 Beschäftigten und einem Gesamtumsatz von 19,1 Mrd. € im Life-Sciences-Sektor tätig.
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Mit dem Ziel, die Effizienz, Exzellenz und internationale Sichtbarkeit des österreichischen Life-Sciences-Sektors weiterzuentwickeln und bestmöglich zu unterstützen, wurde im Herbst 2015 ein Prozess zur Entwicklung einer „Zukunftsstrategie Life Sciences und Pharmastandort Österreich“ gestartet. Dieser Prozess wurde in Kooperation des Verwaltungsbereichs Wissenschaft-Forschung und des Verwaltungsbereichs Wirtschaft des damaligen Bundesministeriums Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW), heute Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) und Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) gestaltet. Zentrales Element war dabei nicht nur die Erhöhung der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit, sondern insbesondere auch die Verankerung des Themas als zentraler Schwerpunkt forschungs- und innovationspolitischer Prozesse in Österreich.

Zur Entwicklung der Strategie analysierten 250 Stakeholder aus Wissenschaft und Wirtschaft in einem breit angelegten Diskussionsprozess zunächst den Ist-Zustand und die Ideen für notwendige Verbesserungen. Neben Round Tables und Expert/innengesprächen wurde auch eine Onlinekonsultation zur Stakeholder-Einbindung durchgeführt. Auf dieser Basis wurden 27 konkrete Maßnahmen in neun Handlungsfeldern formuliert und in der „Zukunftsstrategie Life Sciences und Pharmastandort Österreich“ festgehalten, welche im November 2016 veröffentlicht wurde.
Der Umsetzungszeitraum der Strategie ist  2017 – 2021.

Zu den Handlungsfeldern zählen:

• Grundlagenforschung
• Forschungsinfrastruktur
• Big Data
• Personalisierte Medizin
• Klinische Forschung
• Wissenschafts-Wirtschafts-Kooperation und Translation
• Unternehmen
• Produktion und Markt
• Dialog Wissenschaft und Gesellschaft 

Die Handlungsfelder, die prioritär in der Zuständigkeit des BMBWF liegen sind folgende:

In der Grundlagenforschung steht das Anstoßen strategischer Kooperationen und das Heben von Synergien in Lehre und Forschung im universitären und außeruniversitären Life Sciences Bereich im Vordergrund, um mit der internationalen Forschungsdynamik mitzuhalten und maximale internationale Sichtbarkeit zu erreichen.

In den Handlungsfeldern Forschungsinfrastrukturen und Big Data sind wichtige Ziele, den Zugang zu modernster, hochtechnologischer Forschungsinfrastruktur durch Beteiligung an europäischen Forschungsinfrastrukturen sowie durch Ausbau und synergistische Nutzung von Core Facilities zu sichern bzw. ein zukunftsweisendes, nachhaltiges Konzept für e-Infrastrukturen und Datenmanagement in den Life Sciences umzusetzen.

Auf nationaler Ebene und im Zusammenhang mit internationalen Initiativen soll eine bessere Koordination von Forschungsaktivitäten und –strukturen im Bereich Personalisierte Medizin erreicht werden.

Die Attraktivität des klinischen Forschungsstandortes Österreich soll durch eine mit allen Akteuren abgestimmte Prozessoptimierung gesichert werden. Einer der Leuchttürme dieses Maßnahmenpaketes ist die Einrichtung einer gemeinsam durch BMBWF und BMASGK koordinierten Arbeitsgruppe zu klinischen Studien unter Einbindung aller Stakeholder zur Stärkung des klinischen Forschungsstandortes Österreich. Durch Informationsaustausch und Diskussion zu Schwerpunktthemen wie beispielsweise die anstehende Umsetzung der neuen EU Clinical Trials Regulation, der Vertragsgestaltung oder Ausbildung sollen Schnittstellenfunktionen verbessert und die komplexen Abläufe der klinischen Forschung optimiert und damit für alle beteiligten Akteurinnen und Akteure in Academia und Industrie leichter handhabbar werden.

Ein aktiver Dialog Wissenschaft – Gesellschaft ist als horizontales Thema für alle Handlungsfelder von Bedeutung, um breite Akzeptanz der Gesellschaft für die prioritäre Rolle von Wissenschaft, Forschung und Innovation in den Life Sciences für Lebensqualität und Gesundheit sowie für Sicherung von Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand zu erreichen.

Kontakt im BMBWF:
Dr. Hemma Bauer / hemma.bauer@bmbwf.gv.at
Dr. Oliver Mayer / oliver.mayer@bmbwf.gv.at

Kontakt im BMDW:
Dr. Ulrike Unterer / ulrike.unterer@bmdw.gv.at
Dr. Christian Listabarth / christian.listabarth@bmdw.gv.at