EU-Ratsvorsitz 2018: Smart specialisation (RIS3): European Workshop on Universities as Regional Lead Institutions in Graz

13. November 2018 in Graz

Programm

Kurzbericht

 

Hochschulen sind Leitinstitutionen ihrer Region

Hochschulen sind Leitinstitutionen ihrer Region. Gemeinsam mit den führenden Unternehmen sind sie Motoren für die Standortentwicklung und den notwendigen Strukturwandel, der alle Regionen Europas erfasst hat. Zu diesem Befund kam ein europäischer Workshop für Universitäten, der im Rahmen des österreichischen Ratsvorsitzes am Dienstag an der Universität Graz stattfand.

Eine profilierte Runde aus rund 100 Hochschulvertretern und Experten für regionale Innovation aus ganz Europa diskutierten auf dem von der Europäischen, der österreichischen und der italienischen Universitätenkonferenz organisierten Treffen die neue Rolle von Universitäten in ihrer Region.

In ihrer Eröffnungsadresse hob Rektorin Neuper (Universität Graz) die Abstimmung aller Hochschulen in der Steirischen Hochschulkonferenz hervor, welche die gemeinsame Profilbildung als Wissensstandort ermögliche.

Unternehmerisches Denken und Handeln zeichnen nicht nur erfolgreiche Wirtschaftsbetriebe aus, wie Jonathan Potter von der OECD illustrierte. Regionen leben von Personen und Institutionen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und die Zukunft am Standort mitzugestalten. Hochschulen sollten nicht nur für die unternehmerische Ausbildung ihrer Region sorgen, sondern das innovative Ökosystem ihrer Region aktiv mitgestalten. Europäische Kommission und OECD haben dafür die Initiative HEInnovate ins Leben gerufen, in deren Rahmen auch Österreich sich derzeit einem Review seines Universitätssystems unterzieht.

Der per Skype zugeschaltete Professor Philip McCann, Innovationsexperte der Universität Sheffield und Berater der EU Kommission, sieht Universitäten als die unabhängigen und anerkannten ‚Knowledge Broker‘ unserer Tage und damit als wichtiger denn je angesichts des weltweit sinkenden Vertrauens in Institutionen. Dafür wäre es nicht nur wichtig, neben exzellenter Forschung und Lehre auch Engagement und Innovation als „dritte Mission“ zu verfolgen. Damit Universitäten ihrer Aufgabe als Instanzen der Veränderung gerecht werden können, müssten Hochschulen verstärkt Persönlichkeiten mit unterschiedlicher Erfahrung und Kommunikationsfähigkeiten rekrutieren, für die allerdings auch neue Karriere- und Anreizsysteme jenseits wissenschaftlicher Publikationstätigkeit zu entwickeln wären.

Der Grazer Workshop bot nicht nur Gelegenheit, europäische Universitäten von den Balearen bis Lappland als engagierte Leitinstitutionen ihrer Region kennenzulernen. Die Europäische Kommission stellte ab 2021 geplante neue Unterstützungsmaßnahmen für „Smart Growth“ vor, von denen auch Hochschulen profitieren sollen. Europa müsse in manchen Bereichen endlich die Innovationsführung übernehmen, so das abschließende Plädoyer von Taina Tukainen, Vertreterin des Ausschusses der Regionen. Die neue Missionsorientierung, die für das nächste Forschungsrahmenprogramm vorgeschlagen wird, sollte allerdings gut in das während der letzten Jahre in den Regionen Erreichte (Orientierung an gesellschaftlichen Herausforderungen und Smart Specialisation) integriert werden.

 

 

Armin Mahr

 Stabsstelle V / Standortpolitik


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