Fünf Nachwuchs-Forscherinnen erhalten "For Women in Science"-Stipendien

Die L’Oréal-Österreich-Stipendien „For Women in Science“ wurden heuer zum 10. Mal vergeben. In diesem Jahr an fünf junge Grundlagen-Forscherinnen, die für ihre "herausragende wissenschaftlichen Leistungen" gewürdigt wurden. Mit den Stipendien soll Frauen der oft schwierige Start oder die Fortsetzung einer wissenschaftlichen Laufbahn – auch nach Karenz oder Auslandsaufenthalt – erleichtert werden.

Die Stipendien werden in Kooperation mit der Österreichischen UNESCO-Kommission und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften vergeben und vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft finanziell unterstützt. Die Auswahl der Bewerberinnen erfolgt über eine Expert/innen-Jury bestehend aus Professor/innen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften unter Beiziehung ausländischer Gutachter/innen. Auswahlkriterien sind Exzellenz, wissenschaftliche Relevanz des Projekts sowie dessen Realisierbarkeit.

Von Meereskunde bis Astronomie

Die mit je 20.000 Euro dotierten Auszeichnungen gehen an die Molekularbiologin Alessia Masuccio, die Klimaforscherin Kristin Richter, die Astrobiologin Ruth-Sophie Taubner, die Neurowissenschafterin Livia Tomova und die Biochemikerin Evelyn Zöhrer.

Alessia Masuccio (geboren 1985, Italien) absolviert seit 2012 ein PhD-Studium an der Medizinischen Universität Innsbruck. Sie beschäftigt sich mit Proteinen, die eine essenzielle Funktion bei der Kontrolle der Zellteilung - und damit bei der Entstehung von Krebs haben. Konkret versucht sie herauszufinden, warum Medikamente (Statine), die üblicherweise zur Cholesterinsenkung verschrieben werden, das Entstehungsrisiko für verschiedene Krebsarten vermindern.

Kristin Richter (geboren 1981, Deutschland) arbeitet seit 2013 als Post-doc am Institut für Atmosphären- und Kryosphärenwissenschaften der Universität Innsbruck. Die Ozeanographin untersucht die Gründe für regionale Unterschiede beim Anstieg des Meeresspiegels. Dafür müssen praktisch alle Komponenten des Klimasystems berücksichtigt werden, Richter widmet sich aber speziell der Frage, wie sich große Vulkanausbrüche auf den regionalen Meeresspiegel auswirken.

Ruth-Sophie Taubner (geboren 1987, Österreich) arbeitet an der Forschungsplattform ExoLife und dem Department für Ökogenomik und Systembiologie der Uni Wien. Sie geht der Frage nach, ob Leben, so wie es auf der Erde bekannt ist, auch unter den harschen Bedingungen in den äußeren Regionen des Sonnensystems bestehen kann. Die Astronomin will dazu Experimente unter Bedingungen durchführen, wie sie auf dem Saturn-Mond Enceladus herrschen, der mit seinen Wasser-Geysiren zu einem Top-Kandidaten bei der Suche nach extraterrestrischem Leben zählt.

Livia Tomova (geboren 1986, Slowakei) hat heuer ihr Doktoratsstudium der Psychologie an der Uni Wien abgeschlossen. Sie untersucht wie Stress und stressbezogene Hormone soziale Kognition und Emotionen, die dem Sozialverhalten zugrunde liegen, beeinflussen. Konkret will sie mithilfe funktioneller Magnetresonanztomographie herausfinden, wie sich Stress auf neuronale Muster in bestimmten Belohnungssituationen auswirkt.

Evelyn Zöhrer (geboren 1988, Österreich) arbeitet an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugend-Heilkunde der Medizinischen Universität Graz. Sie arbeitet daran, mögliche Abstoßungsreaktionen nach einer Lebertransplantation frühzeitig anhand bestimmter Marker im Blut frühzeitig und eindeutig nachweisen zu können.